Die Elektromobilität ist ein altes und ein neues Transportmittel zugleich. Wir kennen alle die elektrischen Transportmittel im öffentlichen Verkehr – Strassenbahnen, elektrische “Trolley”-Busse mit Oberleitung, und elektrische U-Bahnen und Züge. In die Entwicklung und dem Aufbau dieser Transportmittel sind während über hundert Jahre viele Investitionen getätigt worden, die Betriebskonzepte sind immer wieder überarbeitet und gewandelt worden. Heute sind die wirtschaftlichen Betriebsbedingungen gewissermassen ausgereift und umfassen direkte Einnahmen der Transportgebühren über Fahrscheine, Abonnements und Frachtgebühren, sowie Anteile an Fördergeldern von der öffentlichen Hand.
Im Bereich des persönlichen Individualverkehrs dagegen, ist die Elektromobilität ein junger Bereich, der zwar seit über dreissig Jahren von idealistischen Pionieren getragen wird, in dem aber der Erfahrungswert zu den wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen, der nur aus der grossräumigen Anwendung gewonnen werden kann, gänzlich fehlt.

Robert Metzger, Geschäftsführer MunichExpo Veranstaltungs GmbH
Das “Munich Network” hat im Rahmen der eCarTec, welche in ihrer zweiten Iteration nach der Aussage von Robert Metzger, Geschäftsführer MunichExpo Veranstaltungs GmbH, zur Leitmesse zum Thema Elektromobilität geworden ist, das Workshop ‘Financing eMobility’ organisiert, in dem die Frage “Wie finanzieren wir Unternehmen im Bereich e-Mobility?” diskutiert wurde.

Curt J. Winnen, General Manager, Munich Network
Das “Munich Network” ist ein Verein von Technologieunternehmen der eine Plattform schafft für den Austausch von Erfahrungen, Wissen, Talente und Kapital.

Workshop “Financing eMobility”
In diesem Workshop wurden etwa dreissig interessierte Unternehmer, Investoren und Vertreter von Institutionen, mit einem Bericht von Herrn Thomas Christiansen, Senior Manager bei Ernst & Young, über die aktuellen Akzeptanzfaktoren von potentiellen Käufern von elektrischen Autos informiert.
In der Ernst & Young Studie wurde untersucht welche Faktoren von den Befragten im Zusammenhang mit der Anschaffung eines elektrischen Autos als wichtig eingestuft werden. Mehr zum Inhalt der Studie hier: http://www.ey.com/DE/de/Newsroom/News-releases/2010_Jeder-fuenfte-will-Elektroauto-kaufen.
“Case Studies”

Albert Schweizer, Clean-Mobile AG
Danach präsentierte Albert Schweizer, Entwicklungsleiter bei der Clean-Mobile AG, http://www.clean-mobile.de. Clean-Mobile entwickelt und produziert komplette elektrische Antriebe bestehend aus Controller, Motoren, Anschluss und Getriebe für leichte elektrische Fahrzeuge (LEVs), inklusive Batterie-Management-System. Herr Schweizer erklärte die strategische Ausrichtung Clean-Mobile AG und beschrieb den Weg den die Gründer in der Finanzierung ihres Vorhabens begingen.

Knut Hechtfischer, ubitricity
Knut Hechtfischer, CEO ubitricity, http://www.ubitricity.com/, präsentierte “einfach überall Strom tanken”. ubitricity geht von der Annahme aus dass Strom nicht massenhaft verschenkt werden wird, und es zur Abrechnung des Verbrauchs eine Messung erforderlich ist. ubitricity schlägt ein Modell vor, in dem geeichte Stromzählsysteme im Fahrzeug mitgeführt werden und der Ladestrom eines elektrischen Fahrzeugs über eine per Mobilfunk verbundene Zentrale mit dem Stromlieferant abgerechnet wird. Die erspart die sonst nötigen Investitionen in flächendeckende Smart Grid Infrastruktur, welche in jeder Steckdose einen intelligenten Zähler benötigt. Zum Einsatz der ubitricity-Methode werden Systemteckdosen installiert, welche über einen internen Schalter verfügen, und die von der Zentrale aus fernsteuerbar sind. Wenn der Kunde sich mittels seiner ID-Karte identifiziert hat, wird die Stromzufuhr freigeschaltet, und der im Fahrzeug integrierte Zähler meldet der Zentrale die entnommene Menge Strom (Mobile Metering).
Start-Up Präsentationen

Hans Harjung, e-Moove
Herr Mag. Hans Harjung beschrieb die e-station, eine Ladestation in der Dimension einer Litfasssäule, inklusive einer optionalen, lautlosen Windturbine. Diese Ladestationen bietet e-Moove , http://www.e-moove.com/, in Kombination mit automatisierten Mietmodellen an, vergleichbar mit einem Car-Sharing Modell.

Marcus Schmitt, Q Charge
Marcus Schmitt präsentierte die Ladestationen von Q Charge. Q Charge bedient Ladestationen für öffentliche sowie private Nutzung, insbesondere in den Bereichen Wohn- und Arbeitsplatz. Die Stromanschlüsse im Wohngebiet sind nicht für Dauerbetrieb ausgelegt – wer ein Fahrzeug 6-8 stunden zuhause lädt, riskiert Kabelbrand. Q Charge installiert Ladestationen und gewährt den Betrieb mittels eines monatlichen Vertrags. Dazu ermöglicht Q Charge den Zugriff auf alle öffentlichen Ladestationen mittels der Q:Card. Bei Q Charge sind diese Ladestationen verfügbar und sofort lieferbar.
VC-Panel

Panel e-Mobility und Venture Capital: Torsten Wipiejewski, VNT Management ltd; Wolfgang Seibold, Earlybird Venture Capital; Alex Domin, WHEB Ventures
Panel e-Mobility und Venture Capital: Torsten Wipiejewski, VNT Management ltd; Wolfgang Seibold, Earlybird Venture Capital; Alex Domin, WHEB Ventures.
Die Finanzierungsmöglichkeiten von Wolfgang Seibold am Beispiel der Earlybird erklärt: Als Venture Capitalists, sind sie bereit unternehmen auch zu finanzieren wenn in der Anfangsphase keine Umsätze vorhanden sind. Seibold: “Wir sind bereit Unternehmen zwischen 6 und 8 Jahren zu begleiten, aber weil wir 10 Jahre Fondslaufzeiten haben, müssen wir nach dieser Zeit auch aussteigen können. Wenn wir das nicht können, dann war das Investment vergebens. Davon rechnen wir zurück, und überlegen, ob ein Unternehmen das zu uns kommt, es eine sehr realistische Chance hat in diesen 6-8 Jahren dahin zu kommen.”
“Es gibt fälle in denen wir ein Seed Investment machen, zum Beispiel im Internet, oder ein innovatives Unternehmen a la ubitricity, obwohl da auch im nächsten Jahr keine Umsätze zu erwarten sind. Aber für Hardware Themen, kann es mehrere Jahre benötigen um die so weit zu kriegen das die für den Markt akzeptabel sind, da ist die Frage, dass die Benefits danach, bis die Umsätze kommen, noch beständig sind. Deshalb wollen wir in High-Tech Themen wo viel Hardware verbunden ist, die Nähe zu kommerzialisierbaren Produkte sehen, und erste Traktion bei den Kunden, zum Beispiel dass sie mal Prototypen gekauft haben oder dass sie sagen wir werden im Jahr X “shippen”, und werden dann soundso viele Produkte abnehmen.”
Institutional Panel

Panel Finanzierung von Infrastruktur und Anlagen: Marc d’Hooge, Deputy Head of Division, New Product Development, Europäische Investmentbank; Gernot Löschenkohl, Munich RE; Christian Treber, Schmitz, Horn, Treber
Panel Finanzierung von Infrastruktur und Anlagen: Marc d’Hooge, Deputy Head of Division, New Product Development, Europäische Investmentbank; Gernot Löschenkohl, Munich RE; Christian Treber, Schmitz, Horn, Treber.